Aktionsbündnis kritisiert Luftverkehrsirrsinn

Aktionsbündnis "be-4-tempelhof.de" kritisiert Luftverkehrsirrsinn in Tegel

Tempelhof geschlossen – Tegel platzt aus allen Nähten.


(05. 12. 2008) Protestdemonstration mit Unterschriftensammlung für das Volksbegehren am Sonnabend auf dem Kurfürstendamm.

Tegel platzt aus allen Nähten. Die Situation hat sich mit der Schließung des weltberühmten Flughafens Tempelhofs noch einmal verschlimmert.

Fluggäste in Tegel können diese Situation in den Spitzenzeiten täglich erleben. Lange Schlangen vor den Abfertigungsschaltern, Staus bei der Anfahrt zum Flughafen, Staus vor den Sicherheitskontrollen und daraus folgende Verspätungen im Flugverkehr sind inzwischen die Regel.

Passagiere, Piloten, Fluglotsen und nun auch die Lufthansa klagen über Beeinträchtigungen. Laut Peter Rzepka, Berliner CDU-Bundestagsabgeordneter hat sich auch die Sicherheitslage auf dem Flughafen Tegel in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. 2007/2008 haben sich 16 sicherheitsrelevante Vorfälle ereignet, teil das Bundesverkehrsministerium mit. Das sind mehr als in den Jahren 2003 bis 2006 zuvor.

Neben der verschlechterten Sicherheitslage müssen die Anwohner des Flughafens Tegels nun auch mit deutlich mehr Flugverkehr leben.

Besonders grotesk: Ein Großteil der Geschäftsflieger, die zuvor in Tempelhof landeteten, landen nun in Tegel um sogleich nach dem Aussteigen der Passagiere wieder zu starten. Ihr Ziel: Der Flughafen Schönefeld. Da es auf dem Flughafen Tegel keine Stellplätze gibt, sind sie gezwungen, auf Stellplätze in Schönefeld auszuweichen.

Dieser Irrsinn hat Methode und so starten die Maschinen für den Rück- oder Weiterflug erneut in Schönefeld, landen wieder in Tegel, nehmen hier ihre Passagiere erneut auf und setzen den Flug fort.

Das sind Auswirkungen einer Flughafenpolitik des rot/roten Senates unter den Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Ein normal denkender Bürger und Steuerzahler kann und muss dies nicht verstehen.

Auch der Zugang zum Flughafen Tegel ist mit Hindernissen verbunden: Die Zu- und Abfahrt ist eine zweispurige Straße, teilweise als Tunnel, meist noch mit Staus auf der rechten Spur durch wartende Taxen. Bei einem möglichen Unglück auf dem Flughafen Tegel würden diese den lebensrettenden Zugang der nötigen Rettungskräfte versperren.

Ein Sprecher der Lufthansa empört sich über zwei weitere Baustellen. Anlass der Verärgerung: die Zufahrt zum Flughafen Tegel ist durch zwei Großbaustellen stark beeinträchtigt. Dies betrifft die Stadtautobahn-Zufahrt am Spandauer Damm wegen Brückenarbeiten, sowie die Ludwig-Hoffmann-Brücke, an der Beusselstraße / Saatwinkler Damm.

Völlig unkoordiniert werden zu Beginn des Winterflugplanes und mit der Schließung des Zentralflughafens Tempelhof, alle Zufahrtswege nach Tegel mit Großbaustellen blockiert. Für die Fluggäste wird damit die Fahrdauer zum Flughafen unkalkulierbar und das Risiko einen Flug zu verpassen erheblich.

Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Bis 2011 sollen die Bauarbeiten an den Zufahrtswegen nach Tegel andauern. Bis dahin soll, laut Angaben des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft, der neue Großflughafen BBI in Betrieb sein.
Ein Termin, der nach Ansicht von Fachleuten kaum zu halten sein dürfte, zumal bis heute noch nicht einmal die Finanzierung des Projektes gesichert ist.

Aber auch auf dem Flughafen Tegel gehen die Ausbauarbeiten munter weiter. Musste der Berliner Steuerzahler bisher mindestens 50 Millionen Euro aufwenden, um die in Tempelhof vorsätzlich vernichteten Kapazitäten in Tegel und Schönefeld neu zu schaffen, gibt es nun weitere Ausbauten: Das Terminal C soll um 6000 Quadratmeter erweitert und fünf neue Abstellplätze für Flugzeuge errichtet werden. Diese Vorfeldflächen liegen östlich von Terminal C, unweit von angrenzenden Wohngebieten. Um die Anwohner vor dem Lärm zu schützen, sind 700.000 Euro für eine neue Lärmschutzwand aufzuwenden.

Ziel der Optimierung - so die offizielle Bezeichnung - wird es sein, mit aller Gewalt, die Lande- und Startfrequenzen zu steigern und so sollen - mit diesen Ausbaumaßnahmen - weitere 1,5 Millionen Passagiere zusätzlich abgefertigt werden.

Hier wird erneut deutlich, wie absurd die Schließung des Airports Tempelhofs ist. Die 1,5 Millionen zusätzlichen Fluggäste hätten ohne Probleme über Tempelhof abgefertigt werden können.

Klaus Wowereit bittet den Steuerzahler jedoch noch weiter zur Kasse: Denn auch Tempelhof kostet den Steuerzahler nun zusätzliches Geld. Die Schließungskosten für Tempelhof betrugen seit dem 31.10.08 schon jetzt fast 2 Millionen Euro, jeden Monat kommen über eine Million dazu.

Die Behauptung des Senats, dass Tegel nicht weiter ausgebaut werden soll, war wohl mindestens eine Irreführung, wenn nicht sogar eine gezielte Beeinflussung des Volksentscheides zu Tempelhof.

Gegen diese Politik des Berliner Senats ruft das Aktionsbündnis „be-4-tempelhof.de“ am Sonnabend, dem 6. Dezember zu einer weiteren Protestdemonstration auf. In bester West-Berliner Tradition geht es diesmal über dem Kurfürstendamm. Beginn 15:00 Uhr am Adenauerplatz in Charlottenburg.

24.11.2008: Die - vorerst - wirklich letzten Flieger verlassen Tempelhof

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