Tonnenweise Blindgänger und scharfe Munition.

Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de sagt Rüttel-Demo am Flughafen Tegel aus Sicherheitsgründen ab

(20. 10. 2009) Unter dem Flughafen Tegel liegen tonnenweise Blindgänger und scharfe Munition. Das Gutachten dazu liegt seit mehr als 3 Jahren vor und spricht von einer "Objektiven Gefahrensituation".
Anstatt die Gefahr umgehend zu beseitigen, entschied man sich bei Senat und Flughafengesellschaft, das Gutachten wegzuschließen und die Gefahr zu ignorieren.
Trotz des Fundes von über einer Tonne Munition alleine beim Bau des Terminals C bestehe "keine konkrete Gefahr".

Das Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de wollte am kommenden Samstag, unmittelbar vor der Landebahn diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen und mit schwerem Baugerät, mit Rüttlern und Stampfern den Boden zum Wackeln bringen. Die entsprechende "Demonstration" wurde für Januar bei der Ordnungsbehörde angemeldet.

Michael Paul vom Aktionsbündnis: "Wir haben uns dafür entschieden, diese Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abzusagen. Die Gefährdung, dass hier explosives Material aus dem Zweiten Weltkrieg zur Detonation gebracht werden könnte, ist uns zu hoch. Durch die derzeitigen Temperaturen und den damit verbundenen Bodenfrost, ist die Gefahr, oberflächennahe Sprengstoffe oder Munition zu zünden, real vorhanden."

Paul weiter: "Im Gegensatz zum rot/roten Senat erkennen wir unsere Grenzen und Verantwortlichkeit. Nicht nur die Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers, sondern auch die Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter sollte umgehendes Handeln selbstverständlich erscheinen lassen. Man stelle sich vor, die Flughafenfeuerwehr löst bei einem Notfall Blindgänger aus oder muss den Einsatz in besonders gefährdeten Bereichen verweigern."

Wir fordern den Senat und den Regierenden Bürgermeisters Wowereit auf, der zugleich Aufsichtratvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, verbindlich dafür zu Sorge zu tragen, dass die flächendeckende Kampfmittelberäumung aller nicht versiegelten Flächen unverzüglich begonnen wird. Die Situation zeigt im Übrigen, dass die Entscheidung des Senats, alleine auf einen "Single Airport BBI" zu setzen, falsch ist.

Da der Rechtsstreit um den Flughafen Tempelhof weiterhin nicht abgeschlossen ist, besteht glücklicherweise die Möglichkeit, diesen Fehler zu korrigieren.

Gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof wehren sich auch weiterhin mehrere Initiativen u. a. mit einem Bürgerbegehren in den Bezirk Tempelhof-Schönberg und mit einen neuem Volksbegehren für Gesamt-Berlin. Bislang habe für das Volksbegehren über 11.000 Berliner ihre Unterschrift geleistet. Erforderlich sind 20.000.

Für das bezirkliche Bürgerbegehren sind bislang 6000, der erforderlichen 7.500 Unterschriften gesammelt worden. Um dieses Ziel zu erreichen werden auch am diesem Wochenende Unterschriften gesammelt. Schwerpunktmäßig geschieht dies im Bezirk Tempelhof-Schöneberg und auf der Grünen Woche Berlin unterm Funkturm.

Beim erfolgreichen Abschluss der Unterschriftensammlung, kommt es für die Bürger in Tempelhof-Schöneberg, direkt zum Bürgerentscheid. Das Aktionsbündnis hofft, dass diese Abstimmung zusammen mit den Europawahlen und dem Volksentscheid „Pro Reli“ durchgeführt wird.

Gehen Sie am 18. September wählen, wählen Sie was Sie wollen, aber wählen Sie Wowereit ab.