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Mehrheit der Berliner will für Tempelhof stimmen

Mehrheit der Berliner will für Tempelhof stimmen

Nur noch eine Woche, dann stimmen die Berliner über den Erhalt des Flugbetriebs in Tempelhof ab. Nach einer Umfrage von Infratest dimap zeichnet sich eine deutliche Mehrheit für den Flughafen ab. Und die Bürger erwarten, dass Rot-Rot das Ergebnis des Volksentscheids respektiert.

Eine Woche vor dem Volksentscheid über die Zukunft des Flughafens Tempelhof zeichnet sich eine Mehrheit für den Erhalt des Flugbetriebs ab. 61Prozent der Berliner, die sich am 27. April an der Abstimmung beteiligen wollen, sind für den Flughafen. Eine Minderheit von 39 Prozent ist dagegen und vertritt damit die Position des rot-roten Senats, der den City-Flughafen im Herbst schließen will.

Das sind die Ergebnisse des Berlin Trends. Infratest dimap befragte dafür im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau in ausführlichen Telefoninterviews zwischen dem 11. und 16. April 2500 wahlberechtigte Berliner.

Das positive Votum für den Flughafen fällt in den westlichen Bezirken deutlich stärker aus als im Osten. Im Westen wollen 71 Prozent der Teilnehmer des Volksentscheides für den Erhalt stimmen. Im Osten gaben 56 Prozent an, dagegen votieren zu wollen. Insgesamt ist die Zustimmung zu Tempelhof bei den Menschen über 60 Jahren am höchsten.

Wahlforscher rechnen mit ausreichender Wahlbeteiligung

Sollte der Volksentscheid im Sinne der Tempelhof-Befürworter ausgehen, muss der Senat seine Haltung überdenken. Das fordern zumindest 77 Prozent der Befragten. Sogar unter den Befürwortern einer anderen Nutzung des zentral gelegenen Areals ist mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit der Ansicht, der Senat könne das Ergebnis nicht einfach ignorieren. Das meinen auch mehrheitlich die Wähler der SPD, der Linken und der Grünen, obwohl diese Parteien für die Schließung eintreten.

Noch ungewiss ist, ob die Tempelhof-Befürworter genügend Menschen zur Teilnahme an der Abstimmung mobilisieren können, um das vorgeschriebene Quorum zu erreichen. Die Zielmarke sind 611.000 Stimmen für Tempelhof. Das entspricht 25 Prozent der 2,44Millionen Berliner Wahlberechtigten. Bleiben die Ja-Stimmen hinter der Marke zurück, gilt der Volksentscheid als gescheitert, auch wenn eine Mehrheit für Tempelhof stimmt.

Selbst für erfahrene Meinungsforscher ist die Höhe der Wahlbeteiligung eine der am schwierigsten vorher zu sagende Größe. Die Experten von Infratest dimap gehen davon aus, dass es eine Beteiligung von rund 38 Prozent geben könnte. Das entspricht in etwa der Teilnahme an der Europawahl. Damit die 61 Prozent der Stimmen zugunsten des Weiterbetriebs ein Viertel der nötigen Berliner Wahlberechtigen repräsentieren, sind mindestens 41 Prozent nötig.

Tempelhof-Befürworter sind entschlossener

Laut Infratest dimap haben die Tempelhof-Befürworter allerdings klare Mobilisierungsvorteile: Von ihnen blicken 82 Prozent gespannt auf den Ausgang des Volksentscheids, bei den Tempelhof-Gegnern sind es 54 Prozent.
Insgesamt ist das Interesse der Befragten an der Zukunft Tempelhofs sehr groß. 28 Prozent gaben an, sich sehr stark für den Volksentscheid zu interessieren, 36 Prozent stuften ihre Anteilnahme als „stark“ ein. Zusammen 35 Prozent sagten, das Thema interessiere sie weniger oder gar nicht. Unter allen 2500 Befragten gaben 50 Prozent an, für den Weiterbetrieb des Flughafens zu sein. 39 Prozent sind dagegen.
Um die Berliner zur Teilnahme am Volksentscheid zu motivieren, haben sich gestern auch führende Bundespolitiker in die Debatte eingeschaltet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich für den Erhalt des Airports aus: „Der Weiterbetrieb von Tempelhof ist nicht nur von Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsplätze; der Flughafen ist für viele und für mich persönlich mit der Luftbrücke ein Symbol der Geschichte dieser Stadt“, sagte die Kanzlerin der Zeitung „B.Z.“ Sie hoffe, dass viele Berliner Bürger am Volksentscheid teilnähmen und ihr Stimmrecht ausübten.

Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, warf der Kanzlerin vor, sich „leichtfertig vor den Karren einer offensichtlich parteipolitischen Kampagne spannen zu lassen“. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kritiserte Merkel heftig: Ihre Stellungnahme sei „ein starkes Stück“ und ein „durchsichtiges parteipolitisches Manöver“.

Quelle: http://www.welt.de




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