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Smartphone weg oder kaputt in Berlin: Was jetzt wirklich hilft auf be-4-tempelhof.de

Früher war ein verlorenes Telefon vor allem ärgerlich. Man musste ein neues Gerät kaufen, Telefonnummern neu zusammensuchen und Freunden erklären, weshalb man ein paar Tage nicht erreichbar war. Heute kann ein verschwundenes Smartphone innerhalb weniger Minuten erstaunlich große Teile des Alltags lahmlegen. Auf dem Gerät stecken Fotos, Nachrichten und Kontakte. Darüber laufen E-Mail, Onlinebanking, Fahrkarten, Navigationsdienste, Kalender und möglicherweise der Zugang zu beruflichen Anwendungen. Das Smartphone bestätigt Anmeldungen bei anderen Diensten, speichert Passwörter und dient nicht selten sogar als Wohnungsschlüssel, Zahlungsmittel oder Zugang zu digitalen Dokumenten.

Wenn plötzlich das halbe Leben in der Ringbahn liegen bleibt

In Berlin fällt diese Abhängigkeit besonders auf. Morgens wird auf dem Handy geprüft, wann die nächste Bahn kommt. Unterwegs läuft die Navigation. Das Mittagessen wird damit bezahlt. Nachmittags entstehen Fotos auf dem Tempelhofer Feld, am Abend wird die Eintrittskarte für eine Veranstaltung auf dem Display vorgezeigt. Bis das Gerät nicht mehr da ist. Vielleicht bleibt es auf dem Sitz der U6 liegen, vielleicht rutscht es beim Radfahren aus der Tasche. Vielleicht fällt es am Landwehrkanal ins Wasser. Vielleicht landet ein Kaffee auf dem Laptop, die Speicherkarte der Kamera meldet plötzlich einen Fehler oder das Telefon zeigt nach einem Sturz nur noch einen schwarzen Bildschirm.

Dann hilft vor allem eines: nicht hektisch werden. Denn bei digitalen Pannen entscheidet das Verhalten in den ersten Minuten häufig darüber, ob lediglich ein Gerät ersetzt werden muss oder ob zusätzlich persönliche Daten verloren gehen.

Zuerst klären: verloren, gestohlen oder kaputt?

Diese drei Situationen werden im ersten Schreck gerne miteinander vermischt, benötigen aber vollkommen unterschiedliche Reaktionen. Ein verlorenes Smartphone funktioniert möglicherweise einwandfrei. Das Problem besteht lediglich darin, dass niemand weiß, wo es sich befindet. In diesem Fall geht es zunächst darum, das Gerät zu orten, zu sperren und mögliche Fundstellen zu überprüfen. Bei einem vermuteten Diebstahl steht dagegen die Sicherheit im Vordergrund. Das Telefon ist nicht einfach nur verschwunden, sondern möglicherweise in den Händen einer Person, die versucht, darauf zuzugreifen.

Bei einem defekten Gerät liegt die Sache wieder anders. Es befindet sich noch auf dem Tisch, reagiert aber nicht mehr, startet ständig neu oder besitzt ein zerstörtes Display. Dann besteht zunächst kein Verlust des Gerätes selbst. Entscheidend ist die Frage, ob die darauf gespeicherten Daten weiterhin erreichbar sind. Diese Unterscheidung klingt banal, verhindert in der Praxis aber viele Fehler.

Wer ein lediglich verlegtes Smartphone vorschnell vollständig aus der Ferne löscht, schützt zwar seine Informationen, beseitigt aber möglicherweise gleichzeitig Daten, von denen keine Sicherung existiert. Wer dagegen ein gestohlenes Gerät tagelang ungesperrt lässt, weil er hofft, dass es noch auftaucht, setzt womöglich persönliche Informationen einem unnötigen Risiko aus. Und wer ein technisch beschädigtes Gerät zwanzigmal hintereinander einschaltet, lädt und zurücksetzt, obwohl wichtige Daten darauf liegen, macht die Situation möglicherweise komplizierter als notwendig. Also zuerst tief durchatmen. Dann herausfinden, welches Problem tatsächlich vorliegt.

Das Smartphone ist weg: Die letzten Minuten rekonstruieren

Berlin ist groß. Die eigene Bewegungsstrecke unmittelbar vor dem Verlust ist meistens deutlich kleiner. Deshalb lohnt es sich, die letzten Minuten möglichst nüchtern zu rekonstruieren. Wann war das Telefon definitiv noch da? Wurde damit in der U-Bahn eine Nachricht geschrieben? Lag es im Café auf dem Tisch? Wurde am Ausgang des Tempelhofer Feldes noch ein Foto gemacht? War es beim Bezahlen im Supermarkt in der Hand? Wer den letzten sicheren Zeitpunkt kennt, reduziert die mögliche Verlustzone erheblich.

Danach sollte die integrierte Geräteortung genutzt werden, sofern sie eingerichtet ist. Moderne Smartphones bieten hierfür entsprechende Funktionen. Je nach Gerät und Konfiguration lässt sich der letzte oder aktuelle Standort anzeigen, ein Signalton auslösen oder das Telefon als verloren markieren. Ein Klingelton kann erstaunlich effektiv sein. Das Telefon steckt vielleicht nicht in irgendeiner Berliner Bahn, sondern zwischen Sofa und Wand. Erst wenn solche einfachen Möglichkeiten ausscheiden, beginnt die größere Suche.

In Bus und Bahn gelten andere Wege als auf der Straße

Wer etwas in einem Berliner Verkehrsmittel verliert, sollte möglichst genau wissen, mit welchem Unternehmen er unterwegs war. U-Bahn, Straßenbahn und Bus sind nicht dasselbe wie S-Bahn oder Regionalzug. Bei einem Verlust in öffentlichen Verkehrsmitteln ist deshalb der jeweilige Betreiber eine der ersten Anlaufstellen. Eine allgemeine Verlustmeldung ersetzt diesen Schritt nicht.

Das ist gerade bei Smartphones wichtig. Wer beispielsweise weiß, dass das Telefon definitiv in einem Bus liegen geblieben sein muss, sollte Verbindung, Fahrtrichtung und möglichst auch die ungefähre Uhrzeit festhalten. Dasselbe gilt für Bahnen. Je genauer eine Verlustmeldung ist, desto leichter lässt sich ein Fund später zuordnen.

Dabei sollte niemand nach einer Stunde aufgeben. Gefundene Gegenstände erscheinen nicht zwangsläufig sofort in einem Fundsystem. Sie müssen zunächst entdeckt, abgegeben, transportiert und erfasst werden. Zwischen „Handy verloren“ und „Handy im Fundsystem auffindbar“ können deshalb durchaus mehrere Tage liegen.

Tempelhof hat beim Thema Fundsachen eine besondere Rolle

Für Tempelhof gibt es dabei eine hübsche lokale Besonderheit: Das Zentrale Fundbüro Berlin befindet sich ausgerechnet am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Damit endet zumindest ein Teil der Berliner Verlustgeschichten dort, wo früher Flugzeuge ankamen und abflogen.

Wer einen Gegenstand verloren hat, kann eine Verlustmeldung abgeben. Wird später ein passender Gegenstand gefunden und erfasst, kann eine Zuordnung erfolgen. Bei elektronischen Geräten helfen eindeutige Merkmale wie Seriennummer oder IMEI dabei, das Eigentum nachzuweisen. Diese Nummern sollte man deshalb idealerweise kennen, bevor das Smartphone verloren geht.

Niemand muss sie auswendig lernen. Ein Eintrag in den eigenen Unterlagen reicht vollkommen. Im Idealfall befinden sich solche Informationen allerdings nicht ausschließlich auf genau jenem Smartphone, das gerade verschwunden ist.

Das Gerät ist noch da, aber die Daten sind weg

Die zweite große Gruppe digitaler Pannen ist psychologisch beinahe noch unangenehmer. Das Smartphone liegt vor einem, der Laptop steht auf dem Schreibtisch, die externe Festplatte steckt am Computer – und trotzdem sind die Daten nicht erreichbar. Ein Smartphone startet nicht mehr. Eine Speicherkarte wird plötzlich nicht erkannt. Eine externe Festplatte beginnt ungewöhnliche Geräusche zu machen. Ein Notebook wurde beschädigt und enthält mehrere Jahre Familienfotos, berufliche Dokumente oder die einzige Kopie eines wichtigen Projekts.

Dann sollte zunächst eine Frage geklärt werden: Wie wichtig sind die Daten? Sind ausschließlich Dateien betroffen, von denen ohnehin Kopien existieren, kann man wesentlich entspannter experimentieren. Handelt es sich dagegen um unersetzliche Fotos, geschäftliche Unterlagen oder Dateien, die nirgendwo anders gespeichert sind, sollte der Wunsch nach einer schnellen Bastellösung gebremst werden.

In solchen Situationen kann professionelle Datenrettung sinnvoller sein als eine lange Reihe eigener Wiederherstellungsversuche. Das gilt besonders dann, wenn ein physischer Defekt vermutet wird oder ein Datenträger ungewöhnliche Geräusche macht. Denn das wichtigste Gut ist in diesem Moment nicht mehr das Gerät, sondern die Information darauf. Ein Smartphone lässt sich ersetzen. Das Foto eines Menschen, der nicht mehr lebt, möglicherweise nicht.

Ein kaputtes Display bedeutet noch keinen Datenverlust

Ein vollkommen schwarzer Bildschirm löst schnell Panik aus. Dabei ist das Display lediglich eine Komponente des Smartphones. Nach einem Sturz kann das Gerät intern weiterhin funktionieren, obwohl nichts mehr angezeigt wird. Vielleicht sind sogar Töne, Vibrationen oder eingehende Anrufe zu bemerken.

In diesem Fall befinden sich die Daten möglicherweise noch völlig intakt auf dem Speicher. Die Herausforderung besteht lediglich darin, wieder auf sie zugreifen zu können. Deshalb sollte zwischen einem defekten Gerät und defekten Daten unterschieden werden. Ein beschädigtes Display kann unter Umständen ersetzt werden. Ein defekter Ladeanschluss bedeutet nicht automatisch, dass Fotos verschwunden sind. Selbst ein Telefon, das äußerlich dramatisch aussieht, kann intern noch relevante Informationen enthalten. Umgekehrt kann ein äußerlich makelloses Gerät ein Speicherproblem besitzen. Das Gehäuse verrät wenig über den Zustand der Daten.

Wasser verlangt Ruhe statt Reis

Kaum ein Smartphone-Unfall erzeugt so schnelle Reaktionen wie Wasser. Das Telefon fällt in die Badewanne, in eine Pfütze oder vielleicht bei einem Sommertag am Berliner See aus der Hand. Danach beginnt häufig eine Mischung aus Schütteln, Tastendrücken und hektischer Internetrecherche. Das größte Problem besteht darin, dass Besitzer sofort wissen möchten, ob ihr Smartphone noch funktioniert. Also drücken sie den Einschaltknopf, dann noch einmal, danach wird vielleicht das Ladegerät angeschlossen.

Gerade bei einem durchnässten Gerät ist dieser Drang verständlich, aber wenig hilfreich. Besteht der Verdacht, dass Feuchtigkeit in das Gerät gelangt ist, sollte unnötiges Einschalten oder Laden vermieden werden. Auch der berühmte Behälter mit Reis ist kein magisches Reparaturlabor. Entscheidend ist vielmehr, das Gerät nicht durch hektische Versuche zusätzlich zu belasten und bei wichtigen Daten fachkundig beurteilen zu lassen, wie weiter vorzugehen ist.

Wasserprobleme sind zudem nicht immer sofort sichtbar. Ein Smartphone kann nach dem Unfall zunächst normal funktionieren und später Probleme entwickeln. Wer unmittelbar danach noch Zugriff hat und kein aktuelles Backup besitzt, hat deshalb einen ziemlich deutlichen Hinweis bekommen, endlich eines anzulegen.

Fotos sind meistens wertvoller als das Smartphone

Bei der Frage nach Datenverlust fällt schnell auf, wie merkwürdig wir digitalen Wert berechnen. Ein Smartphone für 1.000 Euro wird selbstverständlich mit Hülle geschützt und vorsichtig behandelt. Auf demselben Gerät liegen vielleicht 15.000 Fotos. Ihr finanzieller Wert lässt sich kaum bestimmen, ihr persönlicher möglicherweise überhaupt nicht.

Kinder werden älter. Menschen sterben. Reisen lassen sich nicht exakt wiederholen. Ein Bild vom ersten Schultag besitzt technisch vielleicht nur wenige Megabyte, emotional aber einen Wert, den kein neues Telefon ersetzen kann. Trotzdem existieren solche Fotos häufig nur auf einem einzigen Gerät.

Solange dieses funktioniert, erscheint das vollkommen ausreichend. Datenverlust ist ein Ereignis, das man sich schwer vorstellen kann, solange er nicht eingetreten ist. Ein Backup ist letztlich nichts anderes als die Erkenntnis, dass ein einzelnes Gerät niemals der einzige Aufbewahrungsort wichtiger Erinnerungen sein sollte.

Synchronisation ist nicht automatisch ein perfektes Backup

Viele Smartphone-Nutzer gehen davon aus, dass ohnehin „alles in der Cloud“ liegt. Das kann stimmen, muss aber nicht stimmen. Zunächst lohnt sich ein Blick darauf, welche Daten tatsächlich synchronisiert werden. Fotos vielleicht ja, Downloads möglicherweise nicht. Bestimmte Messenger-Inhalte unter Umständen nur teilweise. Dokumente liegen vielleicht in einem anderen Konto. Manche Dateien existieren ausschließlich lokal.

Hinzu kommt ein grundlegender Unterschied zwischen Synchronisation und unabhängiger Sicherung. Bei einer Synchronisation sollen mehrere Speicherorte denselben Zustand besitzen. Wird etwas an einer Stelle verändert oder gelöscht, kann sich diese Änderung je nach Dienst auch auf andere Geräte übertragen. Ein echtes Backup soll dagegen einen früheren Zustand wiederherstellbar machen.

Für den Alltag muss daraus keine komplizierte IT-Strategie werden. Man sollte lediglich wissen, was wirklich gesichert ist. Die einfachste Prüfung lautet: Könnte ich mein Smartphone heute verlieren und morgen mit einem neuen Gerät auf alles Wichtige wieder zugreifen? Wer diese Frage nicht sicher beantworten kann, hat noch Arbeit vor sich.

Ein Backup sollte nicht erst vor dem Urlaub entstehen

Datensicherung besitzt ein seltsames Image. Sie gilt als Aufgabe, die man irgendwann erledigt, wenn man einmal Zeit hat. Das Problem ist nur: Der Unfall wartet nicht auf diesen freien Nachmittag. Gerade vor Reisen, Festivals, größeren Veranstaltungen oder längeren Ausflügen ist ein kurzer Backup-Check sinnvoll, denn genau dann entstehen häufig besonders viele neue Fotos und Videos.

Am ersten Urlaubstag enthält das Smartphone hauptsächlich Informationen, die bereits zu Hause vorhanden waren. Am letzten Urlaubstag können darauf hunderte Bilder liegen, die noch nie auf einem anderen Speicherort angekommen sind. Dasselbe passiert in Berlin. Ein kompletter Sommertag mit Kindern am Müggelsee, ein Konzert, eine Hochzeit, ein Geburtstag oder eine Fototour durch Tempelhof erzeugen innerhalb weniger Stunden persönliche Daten, die es am Morgen noch nicht gab.

Automatische Sicherungen reduzieren dieses Risiko erheblich. Ebenso wichtig ist allerdings, gelegentlich zu prüfen, ob die gesicherten Daten tatsächlich vollständig und lesbar sind. Ein Backup, das sich nicht wiederherstellen lässt, ist nur eine beruhigende Illusion.

Die Speicherkarte aus der Kamera verdient denselben Respekt

Nicht nur Smartphones produzieren Daten. Berlin ist eine fantastische Stadt für Fotografie. Industriearchitektur in Tempelhof, Sonnenuntergang auf dem Feld, Streetfotografie in Kreuzberg, alte Häuser in Schöneberg oder ein Wochenende am Wannsee füllen Speicherkarten erstaunlich schnell.

Wer mit einer klassischen Kamera fotografiert, trägt dabei oft mehrere hundert oder tausend Aufnahmen auf einer winzigen Karte mit sich herum. Auch hier gilt: Eine Speicherkarte ist kein Archiv. Sie ist ein Arbeitsmedium. Sobald wichtige Aufnahmen entstanden sind, sollten sie möglichst auf einen zweiten Speicherort kopiert werden.

Wer besonders wertvolle Fotos produziert, kann sogar mehrere Kopien anlegen. Das klingt übertrieben, bis eine Karte plötzlich nicht mehr erkannt wird. Dann wirkt die zusätzliche Kopie auf einmal ausgesprochen vernünftig.

Löschen ist nicht dasselbe wie physischer Defekt

Daten können aus sehr unterschiedlichen Gründen verschwinden. Eine Datei wurde versehentlich gelöscht. Eine Speicherkarte wurde formatiert. Das Dateisystem ist beschädigt. Das Speichermedium selbst besitzt einen technischen Defekt. Das Gerät ist mechanisch zerstört. Diese Situationen verlangen unterschiedliche Methoden.

Genau deshalb sind pauschale Versprechen wie „mit dieser App rettest du jede gelöschte Datei“ mit Vorsicht zu genießen. Je nachdem, was passiert ist und welche Speichertechnik verwendet wird, können Wiederherstellungsmöglichkeiten sehr unterschiedlich aussehen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Jede weitere Nutzung verändert Daten. Wer gelöschte Dateien wiederherstellen möchte und anschließend munter neue Fotos produziert, Apps installiert oder Wiederherstellungsprogramme auf dasselbe Speichermedium schreibt, kann die Ausgangslage verändern. Bei unwichtigen Dateien darf man experimentieren. Bei unersetzlichen Daten ist Zurückhaltung oft die bessere Strategie.

Datenverlust und Datenschutz sind zwei Seiten derselben Medaille

Ein Backup schützt davor, dass Informationen verschwinden. Eine Gerätesperre schützt davor, dass andere auf sie zugreifen. Beides gehört zusammen. Das sicherste Smartphone gegen Datenverlust wäre theoretisch eines, das sämtliche Informationen ständig auf möglichst viele Orte kopiert. Aus Datenschutzsicht wäre das möglicherweise eine Katastrophe.

Umgekehrt schützt ein perfekt verschlüsseltes Gerät zwar hervorragend vor fremdem Zugriff. Wer aber sein Passwort verliert und keine Sicherung besitzt, kann sich selbst sehr effektiv von seinen Daten aussperren. Gute digitale Vorsorge braucht deshalb Balance. Wichtige Daten sollten gesichert sein, Sicherungen sollten geschützt werden und das Smartphone braucht eine vernünftige Zugangssperre.

Konten sollten außerdem nicht ausschließlich von einem einzigen verlorenen Gerät abhängig sein. Wiederherstellungsinformationen gehören an einen Ort, auf den man auch dann zugreifen kann, wenn genau dieses Smartphone fehlt.

Der wichtigste Account ist häufig die E-Mail-Adresse

Nach einem verlorenen Smartphone denken viele zuerst an soziale Netzwerke oder Messenger. Der kritischste Zugang ist häufig die E-Mail-Adresse. Über sie lassen sich zahlreiche andere Konten zurücksetzen. Wer Zugriff auf das zentrale E-Mail-Konto erhält, kann möglicherweise Wiederherstellungslinks für weitere Dienste anfordern.

Deshalb sollte die E-Mail-Adresse besonders gut geschützt sein. Ein starkes Passwort ist die Basis, zusätzliche Anmeldeverfahren erhöhen die Sicherheit. Dabei entsteht allerdings ein praktisches Problem: Was passiert, wenn der zweite Faktor ausgerechnet auf dem verlorenen Smartphone liegt?

Auch dafür sollten Wiederherstellungsmöglichkeiten vorbereitet sein. Backup-Codes oder alternative Verfahren gehören nicht ausschließlich als Screenshot auf dasselbe Gerät. Digitale Sicherheit scheitert erstaunlich oft an solchen Kreisläufen: Das Passwort liegt im Passwortmanager, der Passwortmanager braucht einen zweiten Faktor, der zweite Faktor liegt auf dem verlorenen Telefon und sämtliche Wiederherstellungshinweise wurden ebenfalls dort fotografiert. Technisch elegant, praktisch fatal.

Öffentliches WLAN ist bequem, ersetzt aber keine Vorsicht

Berlin bietet an vielen öffentlichen Orten WLAN-Zugänge. Für Besucher und Berliner ist das praktisch, insbesondere wenn das mobile Datenvolumen knapp wird. Damit entsteht eine zweite Art digitaler Vorsorge. Nicht nur das Gerät selbst muss geschützt werden, sondern auch seine Kommunikation.

Bei einem frei zugänglichen Netzwerk sollte man besonders darauf achten, mit welchem WLAN man sich tatsächlich verbindet. Ein Netzwerkname allein beweist nicht zwingend, dass dahinter der erwartete Betreiber steht. Moderne verschlüsselte Internetverbindungen reduzieren zahlreiche frühere Risiken, trotzdem bleibt gesunder Menschenverstand sinnvoll.

Sensible Konten müssen nicht unbedingt in jedem unbekannten Netz verwaltet werden. Software sollte aktuell sein, und automatische Verbindungen mit beliebigen offenen WLAN-Netzen sind nicht unbedingt die bequemste Funktion, wenn man Sicherheit höher gewichtet als ein paar Sekunden Zeitgewinn.

Wer sein Smartphone findet, sollte trotzdem etwas daraus lernen

Der schönste Ausgang einer Verlustgeschichte ist dieser: Nach zwanzig Minuten taucht das Smartphone wieder auf. Es lag im Café, ein ehrlicher Finder hat es abgegeben oder es steckt doch in einer Seitentasche des Rucksacks. Dann ist die Versuchung groß, den Vorfall sofort zu vergessen.

Dabei war er ein kostenloser Sicherheitstest. Man hat gerade erfahren, was passiert wäre, wenn das Gerät tatsächlich verschwunden wäre. Waren die Fotos gesichert? Konnte das Telefon geortet werden? War eine Displaysperre aktiv? Kennt man die Zugangsdaten zum Herstellerkonto? Sind wichtige Telefonnummern auch anderswo gespeichert? Gibt es Wiederherstellungsmöglichkeiten für E-Mail und andere Konten? Kennt man IMEI beziehungsweise Seriennummer?

Wer nach einem solchen Schreck zwanzig Minuten in die digitale Vorsorge investiert, macht aus dem verlorenen und wiedergefundenen Smartphone wenigstens eine nützliche Lehrstunde.

Ein altes Handy kann zum Rettungsanker werden

Viele Menschen verkaufen ihr vorheriges Smartphone sofort nach dem Kauf eines neuen Gerätes. Finanziell kann das sinnvoll sein. Praktisch besitzt ein älteres funktionierendes Smartphone allerdings einen gewissen Wert als Notfallgerät.

Es braucht keine aktuelle Spitzenkamera und keinen perfekten Akku. Es muss im Ernstfall lediglich grundlegende Aufgaben übernehmen können: Kommunikation, E-Mail, Navigation und gegebenenfalls einige wichtige Apps. Banking und andere besonders sensible Anwendungen erfordern möglicherweise zusätzliche Einrichtung, aber bereits ein funktionierendes Ersatzgerät kann einen erheblichen Teil des Stresses reduzieren.

Gerade wer beruflich stark vom Smartphone abhängig ist, sollte darüber nachdenken. Ein Ersatztelefon in der Schublade klingt unnötig, bis Freitagabend das Hauptgerät auf den Boden fällt und Montagmorgen ein wichtiger Termin wartet.

Auch der Laptop im Café braucht eine Strategie

Das Smartphone ist nicht das einzige mobile Risiko. Berlin arbeitet gerne unterwegs. Laptops stehen in Cafés, Coworking-Spaces, Bibliotheken, Zügen und Hotelzimmern. Damit steigt nicht nur das Risiko eines technischen Schadens. Auch Verlust und Diebstahl werden relevanter.

Bei einem Notebook sollte deshalb dieselbe Grundfrage gelten: Was wäre heute weg, wenn das Gerät morgen nicht mehr existiert? Wer berufliche Dokumente ausschließlich lokal speichert, besitzt ein vermeidbares Problem. Wer sämtliche privaten Fotos ebenfalls nur auf dieser einen Festplatte lagert, sogar zwei.

Regelmäßige Sicherungen sind deshalb nicht nur etwas für Unternehmen. Private Daten verdienen denselben Schutz. Die Logik ist einfach: Je mobiler das Gerät, desto weniger sollte es der einzige Speicherort sein.

Vor dem Verkauf müssen Daten in die andere Richtung verschwinden

Datenschutz bedeutet nicht nur, Daten zu erhalten. Manchmal müssen sie zuverlässig weg. Wer ein altes Smartphone, Tablet oder Notebook verkauft, verschenkt oder entsorgt, sollte deshalb prüfen, wie persönliche Informationen sicher entfernt werden.

Ein einfaches Löschen einzelner Bilder ist nicht dasselbe wie eine saubere Rücksetzung beziehungsweise sichere Löschung eines Gerätes. Gleichzeitig muss vorher natürlich feststehen, dass die gewünschten Daten bereits erfolgreich auf das neue Gerät oder in eine Sicherung übertragen wurden.

Auch hier kann die Reihenfolge entscheidend sein: erst sichern, dann prüfen, dann löschen. Nicht andersherum. Überraschend viele Datenpannen entstehen nicht durch Hacker, Wasser oder gestohlene Taschen. Sie entstehen durch einen Menschen, der im falschen Moment auf die falsche Schaltfläche klickt.

Fünf Minuten Vorbereitung können einen Berliner Katastrophentag verhindern

Digitale Vorsorge muss nicht aus einem Wochenende mit Tabellen und IT-Handbüchern bestehen. Ein kleiner persönlicher Check reicht als Anfang. Ist die Geräteortung eingerichtet? Existiert ein aktuelles Backup? Sind Fotos tatsächlich synchronisiert oder glaubt man das nur? Ist das Smartphone sinnvoll gesperrt? Sind Seriennummer oder Kaufbeleg auffindbar? Kann man auf die eigene E-Mail zugreifen, wenn das Smartphone fehlt? Gibt es für wichtige Konten alternative Wiederherstellungsmöglichkeiten? Sind berufliche Dateien noch an einem zweiten Ort gespeichert?

Wer diese Fragen beantworten kann, ist für den Alltag bereits wesentlich besser gerüstet. Das Ganze lässt sich an einem Abend erledigen. Idealerweise an einem Abend, an dem noch nichts kaputt ist.

Berlin funktioniert erstaunlich schlecht ohne Smartphone

Natürlich konnte man auch vor Smartphones in Berlin leben. Menschen fanden Straßen, verabredeten sich, kauften Fahrkarten, fotografierten und kamen meistens sogar wieder nach Hause. Trotzdem wird erst beim Ausfall sichtbar, wie viele Alltagsfunktionen inzwischen in ein einziges Gerät gewandert sind.

Die Adresse des Termins liegt im Kalender. Die Fahrkarte steckt in der App. Die Telefonnummer des Menschen, den man treffen soll, befindet sich im Smartphone. Die Hotelbuchung liegt im E-Mail-Postfach, die Bankkarte ist digital hinterlegt, der Parkplatz wurde über eine App bezahlt und das Foto vom Ausweis, das vielleicht hilfreich wäre, befindet sich natürlich ebenfalls auf dem verschwundenen Gerät.

Das Smartphone ist deshalb nicht mehr lediglich Telefon. Es ist ein Bündel aus Werkzeugen, Erinnerungen und Zugängen. Genau deshalb verdient es dieselbe Vorbereitung wie andere wichtige Dinge im Leben. Nicht aus Angst vor Technik, sondern weil Technik irgendwann kaputtgeht.

Das beste Backup bemerkt man fast nie

Gute Datensicherung ist langweilig. Sie läuft automatisch, erzeugt keine dramatischen Meldungen und niemand erzählt Freunden begeistert davon, dass gestern Nacht wieder alle Fotos korrekt gesichert wurden. Genau so soll es sein.

Interessant wird das Backup nur an dem Tag, an dem etwas schiefgeht. Dann entscheidet sich innerhalb weniger Minuten, ob der Satz lautet: „Mein Smartphone ist kaputt.“ Oder: „Alle meine Fotos sind weg.“

Zwischen diesen beiden Aussagen liegt ein gewaltiger Unterschied. Ein kaputtes Gerät kostet Geld. Verlorene Erinnerungen können unbezahlbar sein. Berlin liefert genügend Möglichkeiten, Smartphones fallen zu lassen, irgendwo liegen zu lassen, nass zu machen oder schlicht jeden Tag intensiv zu benutzen. Das gehört zum modernen Großstadtleben.

Der vernünftigste Umgang damit besteht deshalb nicht darin, ständig Angst um das Gerät zu haben. Man sollte lediglich dafür sorgen, dass ein Stück Elektronik niemals die einzige Heimat der Dinge ist, die wirklich wichtig sind.

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